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Mit einer zeitgemäßen Berufsausbildung den Pflegeberuf aufwerten und Auszubildende gewinnen

Der Fachkräftemangel in der Pflege ist eine der größten Herausforderungen unseres Gesundheitssystems. Die Weiterentwicklung der getrennten Ausbildungen der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege hin zu einer einheitlichen Pflegeberufsausbildung ist darauf die richtige Antwort. Denn schon heute sind in Pflegeeinrichtungen vertiefte medizinisch-pflegerische Kenntnisse für eine komplexe Behandlungspflege erforderlich. Zeitgleich steigt in den Krankenhäusern der Anteil pflegebedürftiger und demenziell erkrankter Patienten stark an. Nur eine breit ausgerichtete Ausbildung qualifiziert zur Pflege von Menschen aller Altersphasen und Lebenssituationen – egal in welchen Versorgungsbereichen. Fest steht, dass viele Berufsgruppen schon heute verstärkt um junge Menschen werben. Hier muss der Pflegeberuf mithalten können und für Schulabgänger attraktiv sein. Neben einer attraktiven Ausbildung zählen vor allem gute Arbeitsbedingungen, eine leistungsgerechte Bezahlung, vielfältige Einsatz- und Aufstiegsmöglichkeiten sowie ein gutes Image des Berufsbildes. Die Pflege muss auf Augenhöhe mit anderen Berufsgruppen im Gesundheitswesen stehen. Nirgendwo sollte in Zukunft mehr ohne die Pflegefachpersonen geredet und entschieden werden können.

Das vorliegende Pflegeberufsgesetz professionalisiert und entwickelt den Pflegeberuf weiter:

  • Es werden erstmals Vorbehaltsaufgaben für Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner definiert, für die nur sie befähigt sind.
  • Die Inhalte der Ausbildung werden durch eine Fachkommission aus Pflegeexperten festgelegt und kontinuierlich weiterentwickelt.
  • Die Ziele der Ausbildung sind stärker als bisher auf Gesundheitsförderung und Rehabilitation sowie Anleitung und Beratung
  • Der Zugang zur Ausbildung steht allen geeigneten Bewerbern mit einem 10-jährigen Schulabschluss offen.
  • Endlich wird das Schulgeld flächendeckend abgeschafft.
  • Alle Auszubildenden erhalten eine angemessene Ausbildungsvergütung.
  • Bestandteil der generalistischen Ausbildung ist ein individuell wählbarer Vertiefungseinsatz in einem Pflegebereich.
  • Die neue Finanzierung macht die Ausbildung auch für Betriebe attraktiver. Eine Kostenverteilung erfolgt nun auf allen Schultern. Ausbildungsbetriebe haben dadurch keine wirtschaftlichen Nachteile mehr gegenüber nicht ausbildenden Betrieben, vor allem in der Altenpflege.
  • Selbstverständlich gibt es einen Bestandsschutz für bestehende Berufsabschlüsse der Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflege sowie der Altenpflege.
  • Auch die Möglichkeit einer hochschulischen Ausbildung wird die Attraktivität des Pflegeberufs erhöhen, zur Weiterentwicklung der Qualität der Pflege beitragen und das Selbstbewusstsein der Pflege stärken. Dies ist eine deutliche Aufwertung des Pflegeberufs.
  • Die einheitliche Pflegeberufsausbildung wird im Unterschied zum heutigen Altenpflegeberuf im gesamten EU-Ausland anerkannt und ermöglicht eine EU-weite berufliche Mobilität.

Quelle: © 2017 Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten und Bevollmächtigter für Pflege